Gedenkstättenbibliotheken – eine Kategorisierung
In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Bibliotheken in Gedenkstätten und verwandten Einrichtungen. Unsere Arbeitsgemeinschaft fasst die verschiedensten Einrichtungen dieser Art zusammen – Bibliotheken in KZ-Gedenkstätten und an anderen Gedenkorten, in Dokumentations- und Forschungszentren, in historischen Museen sowie in Geschichtsvereinen. Dieses Spektrum wollen wir beleuchten sowie die verschiedenen Aufgaben und Eigenschaften solcher Einrichtungen exemplarisch vorstellen.

Geschichte der AGGB
Die AGGB wurde 1998 auf Initiative der Bibliothekarinnen des Hauses der Wannsee-Konferenz und der Stiftung Topographie des Terrors gegründet. Die Idee war, dem Personal der sowohl personell als auch finanziell sehr unterschiedlich ausgestatteten Gedenkstättenbibliotheken ein Forum anzubieten, in dem Austausch zu bibliothekarischen und gedenkstättenspezifischen Themen stattfinden konnte. Die AGGB weist z.Zt. rund 50 Mitglieder auf. Inhaltlicher Schwerpunkt der AG ist die Zeit des NS, Gedenkstätten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sind auch vertreten. Die AGGB war immer als lockerer Verbund und nie als Verein mit Satzung, Wahlen etc. gedacht. Die (bis 2010 zweimal und seit 2011 einmal jährlich stattfindenden) Tagungen werden wechselweise in den jeweiligen Gedenkstätten abgehalten. Das inhaltliche Spektrum der Treffen ist sehr weit gefasst: zum einen steht immer der Ort des Treffens im Mittelpunkt, zum anderen geht es um Themen wie Bibliothekssoftware, Verschlagwortung, Urheberrecht, Fotografien als Quelle, Bibliothekare im NS, Restitution, Zeitzeugeninterviews. Ein kontinuierlicher Informationsaustausch erfolgt daneben über eine Mailingliste.

Der Gemeinschaftskatalog der AGGB
Ein wichtiges Projekt war von Beginn an die Entwicklung eines gemeinsamen Verbundkataloges. Gerade kleineren Einrichtungen sollte so eine kostengünstige Möglichkeit geboten werden, ihre Bestände im Internet zu präsentieren. Beginnend mit zwei Bibliotheken im Jahre 1999, verzeichnet der Katalog 2015 die Bestände von 16 Institutionen. Mit über 400.000 Datensätzen ist der Internetkatalog mittlerweile ein wichtiges bibliographisches Nachweisinstrument zum Thema Geschichte des Nationalsozialismus. Der Entwicklungsweg dahin soll nachgezeichnet werden.

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