Zwischen 2011 und 2013 haben die Frankreich-Bibliothek des Deutsch-Französischen Instituts und die Stadtarchive Ludwigsburg und Montbéliard in einem Gemeinschaftsprojekt Dokumente zu den Anfängen und der Entwicklung der ältesten deutsch-französischen Städtepartnerschaft digitalisiert und inhaltlich erschlossen. Seit Januar 2014 können diese Dokumente in einem online unbeschränkt zugänglichen „digitalen Lesesaal“, der als dreisprachige SWBContent-Anwendung realisiert wurde, eingesehen werden.
In einem Folgeprojekt wurden 13 Akteure der Partnerschaft von deutschen und französischen Schülern interviewt, um die amtlichen und journalistischen Sichtweisen um persönliche Eindrücke zu ergänzen und so ein lebendiges Gesamtbild von der Partnerschaft zu schaffen. Die Interviews wurden von einem Studenten der Filmakademie Ludwigsburg gefilmt, mit deutschen bzw. französischen Untertiteln versehen und zu insgesamt 74 kurzen Filmsequenzen geschnitten.
Beide Projekte wurden von der Ludwigsburger Bürgerstiftung und der Stiftung Kunst, Kultur und Bildung der KSK Ludwigsburg gefördert.
Zur verständlichen und nutzerfreundlichen Vermittlung der Geschichte der Städtepartnerschaft Ludwigsburg – Montbéliard wurde im Rahmen eines Seminars an der Hochschule der Medien Stuttgart im Wintersemester 2014/15 als WordPress-Anwendung eine zweisprachige virtuelle Ausstellung rund um die Interviews entwickelt. Dabei wurden die verschiedenen Aussagen der Zeitzeugen in historische und thematische Zusammenhänge gestellt und mit inhaltlich passenden Dokumenten aus dem digitalen Lesesaal zur Städtepartnerschaft verknüpft.
Die Ausstellung umfasst 185 digitale Exponate, die jeweils einem von acht Themenblöcken und einem von 35 Ereignissen zugeordnet sind. Der Besucher kann sich die Inhalte so über thematische Einstiege – z.B. „Schulaustausch“ oder „Kultur- und Bürgeraustausch“ – als auch über eine „Zeitleiste“ erschließen.
Die virtuelle Ausstellung „Zeitzeugen Ludwigsburg – Montbéliard“ vereint Dokumente, die von verschiedenen Gedächtnisinstitutionen an unterschiedlichen Orten aufbewahrt werden. Das Internet er-weist sich dabei als idealer Ort für die Verknüpfung von amtlichen Schriftstücken, Zeitungsartikeln, Bildern und Filmelementen; eine langfristige Verfügbarkeit der Inhalte kann hier gewährleistet wer-den. Die Zusammenarbeit sehr unterschiedlicher Akteure – einer Bibliothek, eines deutschen und französischen Archivs, einer deutschen und französischen Schule, einer Hochschule und der Zeitzeugen – konnte so zu einem Endergebnis geführt werden, in dem sich alle Beteiligten wiederfinden können.
Die Entwicklung der dargestellten Städtepartnerschaft in ihren zahlreichen Facetten kann als exemplarisch für einen Großteil der mehr als 2.000 deutsch-französischen kommunalen Partnerschaften angesehen werden; die Aussagen der Zeitzeugen zum Aufbau und dem jetzigen Stand der Beziehungen haben in vieler Hinsicht allgemeine Gültigkeit.

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