Was geschieht mit den Forschungsdaten, beispielsweise aus geologischen Messreihen oder klinischen Studien, die die Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und Publikationen bilden? Im Sinne von Transparenz und Open Data sowie der „guten wissenschaftlichen Praxis“ sollten sie der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zur Nachnutzung zur Verfügung stehen. Selbstverständlich müssen dabei urheber- und datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen eingehalten werden.

Die Vorteile des sog. Data Sharings liegen vor allem darin, dass

  • wissenschaftliche Ergebnisse nachvollziehbar und überprüfbar werden,
  • die Daten zitierfähig werden,
  • Forschungsdaten nachgenutzt werden können und
  • der Erkenntnisprozess durch kollaboratives Arbeiten beschleunigt wird.

Verschiedene Stellungnahmen und Empfehlungen von Förder- und Wissenschaftsorganisationen auf nationaler und internationaler Ebene unterstreichen die Bedeutung der Forschungsdaten. So streben sowohl die DFG als auch die Europäische Kommission langfristig an, von den Bearbeitern der Förderprojekte zu verlangen, den Umgang mit Forschungsdaten sowie die Daten selber zu dokumentieren und sie zu veröffentlichen. Auch institutionelle Daten-Policies, z.B. verschiedener Universitäten, geben zunehmend einen Rahmen für den Umgang mit Forschungsdaten vor.

Die genannten Rahmenbedingungen von Forschungsförderern und Ansätze institutioneller Datenmanagement-Policies, vorhandene Orientierungshilfen für Forschende in Bezug auf die Anforderungen an die eigenen Daten und der aktuelle Stand der vorhandenen Infrastrukturen für die Speicherung und Publikation von Forschungsdaten werden im Vortrag dargestellt.

Darüber hinaus entstehen im Rahmen des Lebenszyklus von Forschungsdaten verschiedene Aufgaben. Diese reichen von der Antrags- und Planungsphase sowie Erhebung der Forschungsdaten über die Auswahl der aufzubewahrenden Daten, ihrer Speicherung und Publikation bis hin zur Sicherung des Zugriffs und der Nutzung. Übergreifende Aufgaben entlang dieses Lebenszyklus betreffen Fragen nach den Kosten für die Speicherung und Erhaltungsmaßnahmen und wer sie trägt, welche Metadaten erzeugt werden müssen, um nach ihnen suchen und sie erklären zu können, oder wie man die Daten durch persistente Identifikatoren dauerhaft auffindbar und zitierfähig macht.

Wie ist nun die Rolle einer Bibliothek, insbesondere einer Spezialbibliothek, in diesem Kontext?

ZB MED bietet in diesem Aufgabenspektrum Beratung und Unterstützung. Beispielsweise können Forschungsdaten im Zusammenhang mit einer Publikation in den Open-Access-Zeitschriften von german medical science (GMS) veröffentlicht und dauerhaft gespeichert werden. Als Grundlage der Auffindbarkeit, Zitierfähigkeit und Referenzierbarkeit von Forschungsdaten vergibt ZB MED darüber hinaus Digital Object Identifier (DOI) für Forschungsdatensätze.

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