Der Beitrag gibt einen Überblick über die begründete Handhabung einer Befragung der Zielgruppe einer Wissenschaftlichen Spezialbibliothek. Als Ergebnis erhalten die Teilnehmer der ASpB-Tagung einen Einblick in aktuelle Fragestellungen der Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich und können Anregungen zur Umsetzung eigener Befragungen mit nach Hause nehmen.
Die stetige Wahrnehmung von Veränderung ist wesentlich für eine aktuelle Begründung der Existenz einer Bibliothek. Aus diesem Grund führt die Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich im Rahmen ihres Qualitätsmanagements in wiederkehrenden Abschnitten eine Befragung der Zielgruppen durch. Erklärtes Ziel der Umfrage ist die Unterstützung der Bibliothek bei der Anpassung und Neugestaltung von Dienstleistungen und Angeboten.
Die letzte Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forschungszentrums fand in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin im Februar 2007 statt. Nachdem mit der Umgestaltung des Lesesaals die größte resultierende Veränderung umgesetzt wurde, fand im Oktober 2014 eine zweite Befragung statt.
Das Grundgerüst und zugleich eine Besonderheit der Befragung wurde beibehalten: Die Hauptdienstleistungen werden von den Umfrageteilnehmern in den beiden Dimensionen „Wichtigkeit“ und „Zufriedenheit“ bewertet.
Zur Vergleichbarkeit blieben auch die Schulnoten als Bewertungssystem erhalten und wurden um die Fluchtkategorien „Kenne ich nicht“, „Nutze ich nicht“ sowie „Keine Antwort“ ergänzt.
Der Anteil der Fragen zu Erwartungen an die Zukunft wurde ausgebaut und dient ergänzend als Analyseinstrument für eine gezielte Weiterentwicklung der Dienstleistungen und des Dienstleistungsspektrums.
Als Methode hat die ZB den Onlinefragebogen ausgewählt und aktiv beworben. Selbstverständlich gab es auch die Möglichkeit ein Papier-Formular auszufüllen.
Die erhobenen Daten lassen Schlussfolgerungen über den Grad der Kenntnis, Nutzung, Nutzerakzeptanz und der Zufriedenheit der Nutzer mit den gegenwärtigen Dienstleistungen und Angeboten der Zentralbibliothek zu. So wurde zum Beispiel die Einrichtung der Ausleihe von Tablets und E-Book-Readern abgelehnt sowie deutlich gemacht, dass die Bibliothek nicht vorrangig der Ort zum Ausruhen, zum Treffen von Kollegen und zur Gruppenarbeit ist. Trainingsbedarf besteht bei den Internet-Portalen der ZB und zu fachlich relevanten Datenbanken. Größte Zufriedenheit wurden dem Kerngeschäft der Literatur und Informationsversorgung sowie dem Bibliothekspersonal attestiert.
Da die ZB diesmal über den kompletten Datensatz der Umfrage verfügt, können zielgruppenspezifische Auswertungen erfolgen. Es kann nachvollzogen werden aus welchen Nutzergruppen, Instituten, Fachgebieten, mit welchem Dienstalter und welcher Nutzungshäufigkeit die Ergebnisse der Befragung entstanden sind.
Die Ergebnisse der Befragung wurden in der ZB beraten, ein Aktionsplan wird aufgestellt und bis zur ASpB-Tagung werden erste Umsetzungen auf Basis der Bewertung und Freitext-Antworten erfolgt sein.
Eine Kommunikation der Ergebnisse im Forschungszentrum ist vorgesehen. Die Umfrage dient zusätzlich als Basis einer FAQ-Seite im Webangebot der Zentralbibliothek.