Bereits seit Ende der 1960er Jahre fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die retrospektive nationalbibliografische Verzeichnung deutscher Drucke, beginnend mit dem 16. und 17. Jahrhundert (VD16 und VD17). Seine Fortsetzung fand die Projektreihe 2009 mit der Arbeit am Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 18. Jahrhunderts (VD 18). Das VD 18 soll alle im Zeitraum von 1701 bis 1800 in deutscher Sprache oder im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke als kooperative Nationalbibliographie erfassen. Erwartet wird die Verzeichnung von insgesamt ca. 600.000 Monografien.

Im Gegensatz zu den Vorgängerprojekten, wird die Katalogisierung für das VD 18 nicht in einer eigenen Datenbank, sondern innerhalb der Verbundkataloge vorgenommen. Darüber hinaus werden die Werke gleichzeitig vollständig digitalisiert, so dass eine für die wissenschaftliche Forschung und breite Öffentlichkeit frei zugängliche deutsche digitale Bibliothek des 18. Jahrhunderts mit qualitativ hochwertigen bibliographischen Daten entsteht.

In der Pilotphase bis 2012 waren am Projekt VD18 fünf große Staats- und Landesbibliotheken federführend beteiligt. Für den 2. Abschnitt der Hauptphase wurden im Sommer 2015 neben den „großen“ auch kleinere Bibliotheken mit VD18 relevantem Bestand zur Teilnahme aufgefordert. Da der Katalog der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung etwa 4800 Drucke – überwiegend Quellen der deutschen Bildungsgeschichte – aus dem 18. Jahrhundert nachweist, konnte sich die BBF erfolgreich für diese Projektphase bewerben.

Seit Beginn der Projektlaufzeit im Februar 2016, wurden in der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung 892 Drucke redaktionell und formal bearbeitet und davon ca. 550 vollständig digitalisiert.

Wir möchten einen Einblick in die Projektplanung und –umsetzung ermöglichen, Herausforderungen und Stolpersteine aufzeigen, aber auch die Glücksmomente nicht zu kurz kommen lassen – und so vielleicht dazu beitragen, dass mehr Kleine Großes wagen.


Maria-Annabel Hanke, Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung