Die Joseph Wulf Mediothek zählt zu den größten und wichtigsten Spezialbibliotheken Deutschlands zu den Themen Holocaust, Nationalsozialismus und Erinnerungskultur nach 1945. Sie unterstützt mit ihren verschiedenen Beständen zum einen die pädagogische Arbeit der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, zum anderen steht sie als Präsenzbibliothek auch individuellen Besucherinnen und Besuchern zur Verfügung. Das Besucherspektrum ist sehr breit, die Besucherzahl ist insgesamt erfreulich. Dennoch arbeiten wir stetig daran, die Größe und die Bedeutung der Mediothek im Bewusstsein der geschichtswissenschaftlichen Forschungslandschaft zu verankern, ihre Sichtbarkeit innerhalb der Gedenkstätte zu erhöhen und die Wahrnehmung des Bibliotheksangebots beim pädagogischen Personal des Hauses und den Zuwendungsgebern weiter zu verbessern.
Die Öffentlichkeitsarbeit der Joseph Wulf Mediothek ist vielfältig. In meinem Vortrag möchte ich jedoch im Besonderen auf die Sonderausstellungen eingehen, die die Bibliothek seit 2012 federführend erarbeitet hat: im Winter 2012 eine Ausstellung zum Namensgeber der Bibliothek mit dem Titel „Meine eigentliche Universität war Auschwitz“ – Joseph Wulf zum 100. Geburtstag und im Herbst 2014 eine Ausstellung zu Recherchen bezüglich NS-Opfern, die über die Adress-, Gedenk- und Sterbebücher der Bibliothek hinausgehen, betitelt Fundstellen: Spuren von NS-Verfolgten in Berliner Archiven.
Vorgestellt wird die Praxis unserer Ausstellungsarbeit – von der Suche nach Kooperationspartnern für die Finanzierung über die Einbindung von wissenschaftlichem Fachpersonal für die Erstellung der Texte und die grafische Gestaltung der Tafeln bis hin zur Organisation der Ausstellungseröffnungen.
Ausstellungen in wissenschaftlichen Spezialbibliotheken, die Inhalte des Sammelspektrums der Bibliothek aufgreifen, sind nach Erfahrung der Joseph Wulf Mediothek ein sehr wirkungsvolles Instrument der Öffentlichkeitsarbeit. Der Umfang des gewählten Projekts richtet sich nach der Größe, nach den personellen und finanziellen Ressourcen sowie nach den Kooperationsmöglichkeiten der eigenen Einrichtung. In den beschriebenen Fällen rechtfertigt der überzeugende Erfolg der beiden Sonderausstellungen den großen Arbeitsaufwand für das Bibliothekspersonal.


Monika Sommerer
Bibliotheksleiterin Haus der Wannseekonferenz