Für die Digitalisierung und frei zugängliche Online-Bereitstellung von Druckwerken eröffnen sich durch § 51 und § 52 des Verwertungsgesellschaftengesetzes (VGG) seit 2014 Handlungsspielräume für vergriffene Werke, die bis einschließlich 1965 in Deutschland erschienen sind.

Abgestimmt auf die Anforderungen digitalisierender Gedächtnisinstitutionen hat die Deutsche Nationalbibliothek in Kooperation mit der VG Wort und dem Deutschen Patent- und Markenamt den Lizenzierungsservice Vergriffene Werke (VW-LiS) als zentrales Serviceangebot aufgebaut. Die Lizenzierung vergriffener Werke ermöglicht die urheberechtskonforme Digitalisierung und Online- Bereitstellung für Werke der jüngeren Geschichte. Mittels automatisierter Verfahren zur Recherche und Beantragung von Nutzungslizenzen für vergriffene Werken ist VW-LiS ein effizienter, einfach zu integrierender Workflow-Baustein für Digitalisierungsprojekte jeder Größenordnung – vom Digitalisierung-On-Demand-Angebot bis zu Massengeschäftsgängen zur Digitalisierung großer Sammlungen.

Seit dem Start des Lizenzierungsservice Vergriffene Werke (VW-LiS) im Juli 2015 haben über 50 Landes-, Staats-, Universitäts-, Instituts-, und Museumsbibliotheken verschiedenster Fachrichtungen über 24.500 Lizenzanträge für vergriffene Werke gestellt, um auch urheberrechtlich geschützte Werke frei im Internet bereitstellen zu können. Aktiv nutzen bereits mehrere Fachinformationsdienste (FID) den Lizenzierungsservice, der es ihnen ermöglicht, spezialisierte Bestände und Sammlungen der Fach-Community zugänglich zu machen und die allgemeine Sichtbarkeit im Netz zu erhöhen.

Ausgehend von den rechtlichen und technischen Grundlagen gibt der Vortrag eine praxisnahe Übersicht über die Einsatzmöglichkeiten des Lizenzierungsservice Vergriffe Werke (VW-LiS) in Digitalisierungsprojekten und veranschaulicht diese anhand ausgewählter Beispiele.

Andrea Hartmann, Paul  Warner
HeBIS Verbundzentrale Frankfurt a. M.