Seit 2016 betreibt die Bibliothek des Deutschen Museums gemeinsam mit der Bayerischen Staatsbibliothek den Fachinformationsdienst Geschichtswissenschaft. Die Museumsbibliothek ist für die Subdisziplinen Wissenschafts-, Technik- und Umweltgeschichte zuständig. In den letzten drei Jahren konnte eine Bandbreite von Services in Absprache mit der deutschen Fachcommunity etabliert werden, unter anderem ein Recherche- und ein Informationsportal, Wunschbuchdienste, Zugang zu Datenbanken und die Deutsche Historische Bibliografie.
Die Mitarbeit in einem so großen Projekt hat, insbesondere für eine relativ kleine Einrichtung, unweigerlich signifikante Auswirkungen auf den bibliothekarischen Alltag. Zu nennen sind beispielsweise ein Arbeitsanstieg in Erwerbung und Katalogisierung, die Etablierung neuer Aufgaben in Katalog und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Aufbau neuer digitaler Angebote.
Im Vortrag soll einerseits über die gemachten Erfahrungen berichtet werden. Welche Probleme sind aufgetreten und wie wurden sie gelöst? Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit einem wesentlich größeren Kooperationspartner? Und wie kann die Kommunikation mit der Fachcommunity intensiviert und verstetigt werden?

Andererseits soll ein vorläufiges Fazit gezogen werden: Nach der ersten Förderphase ist der FID aus Sicht der Bibliothek sicherlich überwiegend positiv zu bewerten. Er hat aber auch zu langfristig nachwirkenden und tiefgreifenden strukturellen Änderungen der bibliothekarischen Arbeit geführt, die den Alltag auf absehbare Zukunft prägen werden. Inwieweit sind der Bibliothek also Vorteile oder vielleicht auch Nachteile durch die Beteiligung am Projekt entstanden?

Christian Winkler
Deutsches Museum München