Bei der etwa 9.000 Titel umfassende unikale Sammlung von zentral in der DDR ausgezeichneten „Pädagogischen Lesungen“ der Jahre 1961 bis 1989, deren Beschreibung im Zentrum des Vortrags stehen soll, handelt es sich um von Lehrkräften für Lehrkräfte verfasste und vor Fachkolleg*innen vorgetragene Erfahrungsberichte, die über alle Fächer und Phasen des Bildungsprozesses hinweg lösungsorientiert Methoden, Probleme und Neuerungen aus Perspektive der Schul- und Unterrichtspraxis thematisieren.

Neben einer kurzen Einführung in den entstehungsgeschichtlichen Kontext der „Pädagogischen Lesungen“, soll auch der systematische Aufbau der Sammlung durch die Pädagogische Zentralbibliothek (PZB) in Berlin – das war die in der DDR sammelnde Vorgängereinrichtung der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF)  – dargestellt werden.

Da es sich bei den einzelnen Lesungen um individuell angefertigte Arbeiten handelt, soll die historische Spezifität und die Materialität besonders betrachtet werden. Darüber hinaus sind die beigefügten Anlagen wie Ton- und Bilddokumente und andere selbstgestaltete Lehrmaterialien von besonderem Interesse. Diese heterogene, multimediale Bestandszusammensetzung stellt nicht nur besondere Herausforderungen an den Originalerhalt der einzelnen Lesungen und ihren Beilagen, sondern auch an den Konversionsprozess und die Aufbereitung bzw. Präsentation als digitale Sammlung.

Maria-Annabel Hanke
Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung, Berlin