Wissenschaftliche (Spezial-)Bibliotheken bieten als Infrastruktureinrichtungen forschungsrelevante Services und begleiten mit ihrer Expertise die Digitalisierung von Forschung und Lehre. Die Vielfalt der entwickelten Angebote verstärkt überregional und national zu steuern und damit nachhaltig abzusichern, wurde nicht zuletzt von der Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) als gesellschaftlich relevante Aufgabe erkannt. Mit der Initiierung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) soll die digitale Grundversorgung der Wissenschaft gestärkt und zugleich die strukturelle Fragmentierung im Umgang mit digitalen Daten überwunden werden. Der nachhaltigen Sicherung, Vernetzung und Qualität von Daten werden dabei höchste Priorität eingeräumt.

Ausgehend vom Fördersystem FID und dem NFDI „Bottom up“-Konzept, wonach die Wissenschaft aufgefordert ist, Strukturen und Prozesse des Forschungsdatenmanagements in Deutschland zu entwickeln und zu bündeln, wird im Vortrag zunächst nach der Kontinuität in den wissenschaftspolitischen (Neu-)Ausrichtungen gefragt und spezifische Handlungsfelder von (Spezial-)Bibliotheken erörtert. Am Beispiel des Fachinformationsdienstes (FID) Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung wird anschließend gezeigt, wie sich (Spezial-)Bibliotheken aktiv in diese wissenschaftspolitischen Prozesse einbringen können und sollten. Auch auf die Frage, welche Potentiale FID und NFDI für (Spezial-)Bibliotheken bieten, die an diesen Verbundstrukturen nicht beteiligt sind, geht der Vortrag explizit ein.

Dr. Anke Hertling
Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung